Wer schon immer mal einen „Wald“ pflanzen wollte, muss entweder im Spätsommer aktiv werden und Samen von den Bäumen sammeln oder im Frühjahr sich kleine Sprösslinge besorgen. Hier der Aufruf das doch einfach zu tun.

🙂

Kurz vorneweg die meisten unsere heimischen „Wild“-Bäume sind keine „Wohnungsbäume“, sie halten sich lieber im Freien auf und gehen ein, wenn sie keine kälte Ruhe (Pause) bekommen. Darum ist es notwendig, dass man irgendwo draußen ein geeignetes Plätzchen hat (Balkon, Terrasse, Garten oder Grundstück).

Wald auf dem Balkon

Kleiner Balkonwald im Herbst – Rotbuchen-„Gang“ mit einer Hainbuche (Weißbuche) und einer Stieleiche.

Inhalt:

  • Herkunft?
  • Zeitpunkt?
  • Sammeln
  • Wie pflanze ich meinen Wald?
  • Fazit

 

Herkunft:

Wo bekomme ich Samen für meinen Wald her?

Baumsamen zu kaufen ist gar nicht so einfach, ich jedenfalls wurde nicht wirklich fündig. Baumschulen bieten fast nur „fertige“ Bäume an.

Vorteil beim Samen sammeln:
In den meisten Fällen kann man durch den Samen den Baum bestimmen. Auch kann man sich beim Sammeln meist aussuchen von welchem Baum man den Samen möchte und aus dem Elternteil schließen was aus dem Zögling werden könnte. Nachteil, nicht jeder gesammelte Samen will auch auskeimen.

Vorteil einen Sprössling zu adoptieren:
Die Ungewissheit ob der Samen fruchtbar ist, ist geklärt. Zusätzlich spart man etwa ein halbes bis 2 Jahre Zeit. Nachteil: die sehr jungen sind schwer zu bestimmen. Beim „Adoptieren“ unbedingt in der Nähe nach alten Samen suchen und an hand von altem Laub und umgebender Bäume Vermutungen anstellen.

Ich kenne die Rechtliche Lage nicht, aber bitte nehmt nicht einfach den Setzling der durchaus durch seinen gewählten Sprossort die Chance hat groß und alt zu werden. Bitte nehmt von den Setzlingen die am Wegrand (oder Straßenrand) vermutlich wenig Chancen haben zum Waldmethusalem zu werden. Wenn Ihr das berücksichtig dürfte keiner (auch nicht der Förster) etwas zu beanstanden haben.

 

Zeitpunkt?

Wie erwähnt gibt es zwei Jahreszeiten bei denen man an Baumnachwuchs kommt (Zeit der Samen und Zeit der Sprösslinge)

Frühjahr – Augen aufhalten! An den Wegrändern, ungepflegteren Straßenrändern fängt das Waldleben an zu sprießen.

Spätsommer – Behaltet den Baum von dem ihr Samen ernten wollt im Auge, lest nochmal nach wann die Zeit ist den Samen zu ernten und schaut in dem recherchierten Zeitraum vorbei.

Es gibt auch Bäume die machen es einem erstaunlich einfach. Die Weide ist z.B. so ein Baum. Schneidet Euch einen holzigen Ast ab und steckt ihn in die feuchte Erde. Der Ast treibt neu aus und Ihr habt schon ein kleines Bäumchen das per Samen ein paar Jährchen gebraucht hätte um zu dieser Dicke zu kommen. Bei dieser Methode braucht der Steckling nur genügend Zeit sich Kraft für den Winter an zutanken.

 

Sammeln

Ich habe gute Erfahrungen mit Stofftaschen gemacht in die ich den Samen sammle.
Sprösslinge lege ich mit Erde aus der Umgebung der Mutterbäume in kleine Kartons und puffere mit Küchenpapier.

 

Wie pflanze ich meinen Wald?

Buchensprösslling

Abb. 1: Buchensprössling

Nachdem ich mir Sprösslinge besorgt hatte, habe ich sie in Erde und Anpflanzkarton gewickelt. Die Logik dahinter war die Idee dem Baum beizubringen möglichst lange Wurzeln zu bilden um an Wasser zu kommen. Auch hatte ich in diesem Fall vor sie zu transportieren um sie später auf einem befreundeten relativ trockenen Grundstück mit Erlaubnis zu pflanzen.

 

 

 

Buchensätzlinge

Abb. 2: vermutlich Rotbuchen-Setzlinge

Man kann den Samen oder Sätzling auch einfach in einen Blumentopf setzen. Einen Blick in Richtung Bonsai Pflege kann sich lohnen. Ich habe auf dem Balkon einen Topf (ca. 20 cm Durchmesser ) in dem tummeln sich 3 Buchen und eine Eiche (wie die Eiche da reinkam bin ich mir nicht ganz sicher ich habe einen Eichelhäher im verdacht). Mein kleiner persönlicher Wald also der sich mit Gras und Löwenzahl den Platz teilt und mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert wenn ich ihn auf dem Balkon sehe.

 

 

Fazit:

Zum richtigen Zeitpunkt rausgehen – diesen nicht verpassen und einfach machen. Bäume sind spannende Wesen und wer sich mit ihnen beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Peter Wohlleben „Das geheime Leben der Bäume“.

 

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